| Annika Beckmann

Beauty rocks

Mineralien in Kosmetik

Dass Minerale schmücken können ist uns allen bewusst: neben den bekannten Edelmetallen Gold, Silber und Platin werden natürlich auch besonders hübsche Edelsteine zur Schmuckherstellung genommen. Allen voran natürlich der Diamant, aber auch Zirkon, Citrin, Rubin, Smaragd oder die etwas weniger „edlen“ Quarz-Varianten wie Rosenquarz oder Amethyst sind beliebte Schmucksteine.

Aber manche Minerale können noch viel unmittelbarer zur „Verschönerung“ genutzt werden: als Bestandteil von Kosmetik.

Ausschlaggebend bei der Verwendung als Make-Up ist meist die Farbe. Aber Farbe ist nicht gleich Farbe. Viele der oben genannten „Schmucksteine“ erhalten ihre Färbung lediglich durch Störungen im Kristallgitter oder Einlagerungen von bestimmten Elementen. Das Puder, das man erhält wenn man sie pulverisiert um daraus Lidschatten herzustellen ist meist weiß. Testen kann man dies anhand der sogenannten „Strichfarbe“. Das Mineral wird über eine unglasierte Porzellantafel (die Strichtafel) gerieben und offenbart so die „Strichfarbe“, auch ein wichtiges Indiz zur Bestimmung des Minerals.

Hat das Mineral eine kräftige Strichfarbe, so wird auch das Kosmetikprodukt diese Farbe erhalten. (Foto Hämatit Strichprobe)

ACHTUNG: Die Farbe des Minerals gibt nicht unbedingt Auskunft über die Strichfarbe: So kann auch ein schwarzes Mineral einen roten Strich erzeugen.

Aus diesem Grund bieten sich zum Beispiel der Hämatit, aber auch Antimonit, Lapislazuli, Azurit, Malachit und Galenit als Pigment für Kosmetik an. Dazu müssen die Minerale pulverisiert werden und dann mit einer „Trägersubstanz“ vermischt. Das können beispielsweise Bienenwachs oder Pflanzenöle sein.

Neben buntem Lidschatten oder Rouge, wie man sie heute vielleicht tragen würde, war vor allem im 17. Jahrhundert weißes Puder besonders beliebt, um die Gesichtshaut „wie Alabaster“ erscheinen zu lassen. Zur Herstellung nahm man das Mineral Cerussit – manchen Künstler*innen vielleicht auch von der Herstellung von Bleiweiß bekannt. Natürlich war die Verwendung dieses bleihaltigen Mineralpuders nicht gesundheitsförderlich. Es heißt wohl nicht umsonst, „wer schön sein will, muss leiden“.

Ein bisschen Glitzer Glitzer

Sogenannte Glimmerminerale, wie zum Beispiel Muskovit, werden häufig eingesetzt um der Schminke (oder auch Wandfarben und Seifen) einen leichten Schimmer zu verleihen.

Heutzutage werden nur noch selten natürliche Minerale verwendet, meistens werden sie synthetisch hergestellt.

Ein wahres Schmuckkästchen

Das Mineralienkabinett des Staatlichen Naturhistorischen Museums ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein kleines Schmuckkästchen. Wir freuen uns schon, die schönsten und interessantesten Stücke bald auch in der neuen Dauerausstellung zeigen zu können.

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