| Dr. Babette Ludowici

Grüße aus der Steinzeit!

Covid-19 und die Neandertaler

Als wir Menschen vom Typ Homo sapiens vor rund 50.000 Jahren in Europa ankamen, waren andere Menschen hier schon seit über 300.000 Jahren zu Hause: Die Neandertaler. Das Verhältnis zwischen dieser sehr alten Menschenart und uns war vielleicht nicht immer gut. Fest steht aber: Wir haben zusammen Familien gegründet. Und das wohl nicht nur ausnahmsweise: Noch heute stammen bei Menschen mit europäischen Wurzeln rund zwei Prozent des Erbguts von Neandertaler-Vorfahrinnen.

Eines unserer ererbten Neandertaler-Gene kann bei Frauen für eine höhere Fruchtbarkeit sorgen, andere haben unsere Immunabwehr gestärkt. In der Corona-Pandemie machen sich aber auch weniger erfreuliche Effekte bemerkbar. Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass Menschen mit einer bestimmten Gruppe von Genen ein dreifach höheres Risiko haben, schwer zu erkranken, wenn sie sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizieren. Jetzt haben Forscher*innen am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig festgestellt: Diese spezielle Genvariante ist ebenfalls ein Neandertaler-Erbe (englischsprachiger Link).

Hinterlassenschaften von Neandertalern haben Archäolog*innen auch im Braunschweiger Land entdeckt, in der Nähe von Salzgitter-Lebenstedt. Dazu gehören zahlreiche Tierknochen und daraus gefertigte Waffen und Geräte, aber auch Teile des Schädels eines Neandertalers. Sie stammen aus einem Lagerplatz. Die schon in den 1950er Jahren geborgenen Funde werden in der archäologischen Sammlung des BLM aufbewahrt. Aktuell werden einige dieser Objekte im Rahmen von Forschungsprojekten am Römisch-Germanischen Zentralmuseum / Leibniz Institut für Archäologie in Mainz und am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersucht.

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