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Agentin der Moderne

Galka Scheyer in den USA

Ausstellung

Norton Simon Museum, The Blue Four Galka Scheyer Collection Archives, Passadena, California

Gemeinsam mit dem Städtischen Museum Braunschweig plant das Herzog Anton Ulrich-Museum zwei sich ergänzende Sonderausstellungen rund um eine faszinierende Persönlichkeit der Klassischen Moderne und ihren Wirkungskreis zwischen Europa und den USA.

Nur wenigen ist bekannt, dass es eine Braunschweigerin war, die der deutschen Avantgarde seit den 1920er Jahren den Weg in den USA und damit in die Welt ebnete und ihren bis heute währenden Erfolg begründete: Galka Scheyer (Braunschweig 1889 – 1945 Hollywood), geboren als Emilie Esther Scheyer, stammte aus einer gut situierten, jüdischen Braunschweiger Familie. Sie hat es sich in den 1920ern bis 1940er Jahren zur Aufgabe gemacht, jene vier Künstler, deren avantgardistischen Positionen ihr am meisten am Herzen lagen, in der Welt bekannt zu machen: Alexej von Jawlensky, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee.
 

Gemeinsam mit ihnen gründete Scheyer 1924 in Weimar für den amerikanischen Markt  die Künstlervereinigung, die „Blaue Vier“. Sie kümmerte sich um Ausstellungen und um den Verkauf der Kunstwerke in den USA und war durch Vorträge und Pressearbeit unermüdlich um die Erläuterung und die erfolgreiche Verbreitung ihrer Künstler bemüht. Galka war für sie zugleich in den Rollen der Galeristin, der Förderin, Freundin, aber auch der Sekretärin und Promoterin unverzichtbar.
 

Galka Scheyer zählt neben Peggy Guggenheim und Katherine S. Dreier zu den großen Kunstvermittlerinnen des 20. Jahrhunderts. Trotz ihrer Bedeutung für die Geschichte der Klassischen Moderne fehlt bislang eine umfassende Darstellung ihres Lebens, ihrer internationalen wie ihrer Braunschweiger Bezüge, ihres künstlerischen Umfelds wie auch ihrer Bedeutung als Kunsthändlerin. Die beiden Ausstellungen würdigen sie daher aus unterschiedlichen Blickwinkeln als eine der Ikonen der Moderne und zeichnen zugleich ein vielfältiges Bild ihrer Epoche.
 

Das Herzog Anton Ulrich-Museum bildet gemeinsam mit dem Städtischen Museum Braunschweig das Forum für zwei groß angelegte Präsentationen auf Basis neuester Forschungsergebnisse. Die beiden sich ergänzenden Ausstellungen widmen sich einer faszinierenden Frau, ihrem Leben und ihrem unermüdlichen Engagement für die moderne Kunst gegen alle Widerstände und Schwierigkeiten, mit denen sie als Frau und auch als Jüdin in ihrer Zeit zu kämpfen hatte.
 

Mit Alexej von Jawlensky, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee stehen vier herausragende Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts im Zentrum. Werke aus internationalen Museen (etwa aus der „The Blue Four Galka Scheyer Collection“ des Norton Simon Museum, Pasadena) bieten einen bisher noch nie gezeigten Einblick in die Beziehungen der Avantgarden zwischen Europa und den USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Dr. Sarah Babin

Projekt "Galka Scheyer"

E-Mail s.babin@3landesmuseen.de
Telefon 0531 1225 - 2438
Fax 0531 1225 - 2408

Herzog Anton Ulrich-Museum
Museumstr. 1
38100 Braunschweig