TimeSlips und Biografiearbeit

Kreatives Geschichtenerfinden und Geschichtenerzählen vor Gemälden

Menschen mit dementieller Einschränkung und Menschen mit Lerneinschränkung entwickeln vor den Kunstwerken der Sammlung eigene kreative Geschichten.

Die Begriffe „Kulturelle Teilhabe“ und „Inklusion“ sind aus dem gesellschaftlichen Diskurs nicht wegzudenken. So wurde 2017 im Herzog Anton Ulrich-Museum das inklusive TimeSlips-Projekt für Menschen mit Beeinträchtigungen u.a. in Kooperation mit der Hochschule Ostfalia ins Leben gerufen (Regina Schultz und Simone Weiss).

Die TimeSlips-Methode wurde von der amerikanischen Theaterwissenschaftlerin Dr. A. Basting entwickelt. Ihr Ziel ist es, Menschen mit dementieller Einschränkung zu aktivieren. Im Rahmen des Projektes im Herzog Anton Ulrich-Museum wurde erstmalig modellhaft die Nutzung von TimeSlips auf Menschen mit Lerneinschränkungen übertragen, was seitdem sehr erfolgreich gelingt (Regina Schultz).

TimeSlips stellt den Menschen mit seinen Erfahrungen, Erinnerungen und Fantasien in den Mittelpunkt des Geschehens. Die Kunstwerke dienen als Anlass. Doch statt kunsthistorischer Fakten sind hier persönliche Eindrücke gefragt. Alles ist wichtig, alles ist richtig, so beginnt jede TimeSlips-Runde. Gemeinschaftlich versammelt vor dem ausgewählten Kunstobjekt, bietet dieses den Ausgangspunkt, an dem sich die Geschichte entwickelt. Ein in der Methode TimeSlips zertfizierter Moderator stellt den Teilnehmenden offene Fragen. Die spontan assoziierten und geäußerten Gedanken verdichten sich allmählich zu einer gemeinschaftlich erzählten Geschichte.

An jede TimeSlips-Erzählrunde schließt sich mit dem „Erzählcafé“ der biografische Teil der Veranstaltung an. Während des Geschichtenerzählens werden oftmals versunkene Lebenserinnerungen aufgeweckt. Bei Kaffee und Kuchen im Café Anton's tauscht man sich über das eben Erlebte und das Leben überhaupt aus. Oder hört zu.

Mit der Bürgerstiftung Braunschweig, der Ev. Stiftung Neuerkerode, der Lebenshilfe Braunschweig, Wolfenbüttel und Helmstedt und in Kooperation mit den Seniorenvereinen ambet e.V., Schloss Schliestedt als auch der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften realisiert das Herzog Anton Ulrich-Museum diese Angebote in zwei separaten Gruppen.

Die Erzieherin und Heilpädagogin Regina Schultz und die Diplom-Sozialarbeiterin Simone Weiss haben die Projekte entwickelt und leiten diese seit 2017 für Menschen mit Lerneinschränkungen bzw. für Menschen mit Demenz. Mitarbeitende aus den Sozial-Einrichtungen, Auszubildende der Alten- und Heilerziehungspflege, Studierende von Hochschulen, das Projekt „Kultur trotzt Demenz“, Angehörige und Ehrenamtliche unterstützen die Veranstaltungen. 

Die kulturellen Teilhabeprojekte „TimeSlips und Biografiearbeit – Kreatives Geschichtenerfinden / Geschichtenerzählen vor Gemälden“ stehen allen Menschen mit einer leichten bis mittelgradigen Beeinträchtigung offen. Angehörige der Teilnehmenden und andere interessierte Gäste sind jederzeit herzlich willkommen.

Aktuelle Termine finden Sie im Kalender.

Bei Interesse an einer Teilnahme oder ehrenamtlicher Unterstützung wenden Sie sich bitte an:

Regina Schultz

TimeSlips für Menschen mit Lerneinschränkungen

E-Mail regina.schultz.bs@outlook.de
Telefon 0531 2507239

Simone Weiss

TimeSlips für Menschen mit Demenz

E-Mail improschildi16@aol.com
Telefon 05307 6393

Ehrenamtliche Unterstützung

Zur Unterstützung von TimeSlips werden ehrenamtliche Helfer*innen gesucht. Wenn Sie Freude am Umgang mit Menschen haben, dann melden Sie sich bei den Projektleitungen Regina Schultz oder Simone Weiss.