"Galka Scheyer 1889-1945"

Gemeinsam mit dem Städtischen Museum Braunschweig plant das Herzog Anton Ulrich-Museum eine Sonderausstellung rund um eine faszinierende Braunschweigerin

Nur wenigen ist bekannt, dass es eine Braunschweigerin war, die der deutschen Kunst-Avantgarde den Weg in der USA und damit in der Welt ebnete und ihren Erfolg begründete. Diese Frau war Emilie Esther Scheyer, genannt Galka (Braunschweig 1889 – 1945 Hollywood), eine Frau aus einer gut situierten, jüdischen Braunschweiger Familie, die es sich in den 1920ern bis 1940er Jahren zur Aufgabe gemacht hatte, jene Künstler, deren avantgardistische Kunst ihr am meisten am Herzen lag, in der Welt bekannt zu machen. Scheyer gehört neben Peggy Guggenheim und Katherine S. Dreier zu den großen Kunstmäzeninnen des 20. Jahrhunderts und es gilt, sie gleichrangig mit jenen, heute als eine der Ikonen der Moderne zu würdigen.

Alexej von Jawlensky, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee waren die Lieblingskünstler von Scheyer und so war es für sie naheliegend mit diesen Künstlern eine Künstlervereinigung, die „Blaue Vier“, zu gründen. Es wurde festgelegt, dass Scheyer, an dem Verkauf der Kunstwerke beteiligt war und die Verbreitung der Künstler forcieren würde. Scheyer war für diese Künstler Galeristin, Sekretärin, Förderin, Muse und Freundin. Trotz ihrer Bedeutung für die klassische Moderne fehlt eine umfassende forschungsgeschichtliche Darstellung zu Galka Scheyer als Person, ihrem familiären Braunschweiger Umfeld, ihrem Vermächtnis für die Kunstwelt und ihrer Bedeutung als Kunsthändlerin.
 

Das Herzog Anton Ulrich-Museum wird deshalb zusammen mit dem Städtischen Museum Braunschweig diese faszinierende Frau in ihrem Geburtsort zum Thema einer großangelegten Präsentation machen. Ihr Leben, ihre Kunst und ihr unermüdliches Engagement für die moderne Kunst, aber auch die Schwierigkeiten, mit denen sie als jüdische Frau in den damaligen Zeiten zu kämpfen hatte, sollen in einer umfassenden auf zwei Orten verteilten Ausstellung mit Werken aus internationalen Museen (z.B. die The Blue Four Galka Scheyer Collection aus dem Norton Simon Museum) gezeigt werden.

Ein wichtiger Schritt zur Realisierung dieser Schau war die vom 26.-27.11.2019 vom Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig zusammen mit der Bet Tfila - Forschungsstelle für jüdische Architektur, dem Städtischen Museum Braunschweig und dem Kultur- und Wissenschaftsdezernat der Stadt Braunschweig veranstaltete Tagung Galka Scheyer: A Jewish Woman in International Art Business, die bereits einige neuere Forschungen zutage brachte.
 

Heute, da Antisemitismus und Fremdenhass das gesellschaftliche Miteinander zu unterhöhlen drohen, ist es umso mehr Aufgabe der Museen für dieses Thema zu sensibilisieren und zu mahnen, dass sich 1933 nie wieder wiederholen darf. Dazu wollen die Museen in Braunschweig mit ihrer Ausstellung über die jüdische Künstlerin und Kunstmäzenin Galka Scheyer ein Zeichen setzen.

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Döring

Leitung Kupferstichkabinett

E-Mail t.doering@3landesmuseen.de
Telefon 0531 1225 - 2409
Fax 0531 1225 - 2408

Herzog Anton Ulrich-Museum
Museumstr. 1
38100 Braunschweig

Dr. Sarah Babin

Ausstellungen

E-Mail s.babin@3landesmuseen.de
Telefon 0531 1225 - 2438
Fax 0531 1225 - 2408

Herzog Anton Ulrich-Museum
Museumstr. 1
38100 Braunschweig