Seit 1. Februar 2026 ist Dr. Astrid Becker Leiterin des Kupferstichkabinetts und stellvertretende Direktorin des Herzog Anton Ulrich-Museums. Sie bringt internationale Ausstellungserfahrung mit, fördert Künstlerinnen und verbindet Sammlung, Gegenwart und Digitalität.
Profilierte Expertin für Kunst auf Papier
Nach einer Ausbildung zur Graveurin studierte Dr. Astrid Becker Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Geschichte in Köln und Berlin. Sie promovierte über Max Beckmann („Max Beckmann. Selbst- und Weltbild in den Themen ‚Caféhaus‘ und ‚Tanz‘“). Ihre berufliche Laufbahn führte sie von der ALTANA Kulturstiftung in Bad Homburg, wo sie unter anderem Ausstellungen zu Gabriele Münter und Walter Moroder kuratierte, über das Institut Mathildenhöhe Darmstadt, wo sie als Co-Kuratorin an der Ausstellung Gesamtkunstwerk Expressionismus beteiligt war, und die Kunsthalle Bremen, in der sie die Ausstellungen „Hundertwasser“ sowie „Picasso und Sylvette“ (als Co-Kuratorin) betreute, bis zur Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde. Dort war sie von 2014 bis 2026 als Kuratorin und stellvertretende Direktorin tätig und leitete die Digitalisierung des umfangreichen schriftlichen Nachlasses von Ada und Emil Nolde. Dr. Astrid Becker ist Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen zur Kunst der Klassischen Moderne und ihrer Verbindung zum Zeitgenössischen. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit gilt dem Medium Papier. Becker folgt als Leitung des Kupferstichkabinetts im Herzog Anton Ulrich-Museum auf Prof. Dr. Thomas Döring, der das Kupferstichkabinett 35 Jahre lang prägte.
Neue Impulse für Digitalisierung und Vermittlung
Im Bereich der digitalen Gesamtstrategie des Herzog Anton Ulrich-Museums übernimmt Dr. Astrid Becker zentrale Steuerungsfunktionen und verantwortet die Weiterentwicklung der Digitalisierungsarbeiten im „Virtuellen Kupferstichkabinett“ gemeinsam mit Partnerinstitutionen. Ziel ist es, die Sammlungsbestände digital breiter zugänglich zu machen, neue Formen der Vermittlung zu entwickeln und die internationale Sichtbarkeit der Sammlung zu stärken. Auf dieses Ziel zahlt auch die Teilnahme des Herzog Anton Ulrich-Museums an dem im Januar 2026 landesweit gestarteten Projekt „DigiVers“ ein. Darin arbeiten die sechs Landesmuseen in Niedersachsen künftig enger bei der digitalen Erschließung und Vernetzung ihrer Sammlungen zusammen.
Museumsdirektor Dr. Thomas Richter betont: „Ich freue mich sehr auf den Beginn einer neuen Ära in einer herausfordernden Zeit. Mit Frau Dr. Becker gewinnen wir an zentraler Stelle eine sehr erfahrene Kollegin, die wissenschaftliche Expertise, Innovationskraft und Führungserfahrung vereint. In unserem sich im Umbruch befindlichen Museum wird sie dazu beitragen, dass wir die Vielfalt der Aufgaben nicht nur erfolgreich bewältigen, sondern sie innerhalb eines hoch motivierten Teams auch alle gemeinsam nach unseren Vorstellungen produktiv gestalten.“
Dr. Astrid Becker teilt Richters Vision und schildert erwartungsvoll: „Ich freue mich, als neue Leiterin des Kupferstichkabinetts und stellvertretende Museumsdirektorin Teil des Teams am Herzog Anton Ulrich-Museum zu sein – und auf die Vernetzung mit der lebendigen Stadtgesellschaft Braunschweigs.“
Sie plane in Ausstellungen und Angeboten mit aktuellen Themen und partizipativen Ansätzen Brücken zu Menschen aller Generationen und Kulturen zu schlagen. Dabei spiele die Sammlung eine große Rolle, um Gegenwart mit Vergangenheit zu verbinden und um epochen- und gattungsübergreifende Erlebniswelten zu schaffen. Ein besonderes Augenmerk lege sie auf das Schaffen und Wirken von Künstlerinnen, die bis heute unterrepräsentiert sind. Ihr sei wichtig, das Herzog Anton Ulrich-Museum als offenen Ort für künstlerische und gesellschaftliche Diskurse weiter zu stärken. Dr. Astrid Becker ist überzeugt: „Die Kunst lebt vom Austausch.“
Eine Sammlung von internationalem Rang
Das Kupferstichkabinett des Herzog Anton Ulrich-Museums zählt zu den bedeutendsten graphischen Sammlungen Deutschlands. Es wurde 1754 als Teil des „Herzoglichen Kunst- und Naturalienkabinetts“ durch Herzog Carl I. zu Braunschweig und Lüneburg gegründet. Die Sammlung umfasst rund 130.000 Blatt. Sie reicht von den Anfängen der europäischen Druckgrafik im Mittelalter bis in die Gegenwart und umfasst Werke international bedeutender Künstler*innen wie Albrecht Dürer, Rembrandt Harmenszoon van Rijn, Giovanni Battista Piranesi, Francisco de Goya, Edvard Munch, Andy Warhol und Maria Lassnig.
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