Max Beckmann im Herbst 2021 in Braunschweig!

Ausstellung präsentiert neuen Blick auf Gesamtwerk

Mit der Sonderausstellung „Max wird Beckmann. Es begann in Braunschweig“ zeigt das Herzog Anton Ulrich-Museum ab dem 29. Oktober 2021 einen Blick auf die Anfänge des bekannten Künstlers

In genau einem Jahr ist es soweit: Das Herzog Anton Ulrich-Museum widmet dem Künstler Max Beckmann (Leipzig 1884 – 1950 New York) eine große Sonderausstellung. Vom 29. Oktober 2021 bis zum 13. Februar 2022 konzentriert sich die Ausstellung, wie der Titel „Max wird Beckmann. Es begann in Braunschweig“ erahnen lässt, auf einen bisher wenig beachteten Werkaspekt Beckmanns: seinen Jugendjahren von 1895 bis 1900. Angesichts der prägenden Wirkung seiner Braunschweiger Anfänge präsentiert die Ausstellung neben seinen frühesten Werken auch Arbeiten aus allen späteren Schaffensperioden.

Max Beckmann ist einer der wichtigsten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Regelmäßig greifen große Kunstmuseen in der ganzen Welt Aspekte seines Schaffens auf, aktuell z.B. die Hamburger Kunsthalle mit der Schau „Max Beckmann. Weiblich-männlich“ sowie ab Dezember 2020 das Städelmuseum in Frankfurt mit der Ausstellung „Städels Beckmann. Beckmanns Städel. Die Jahre in Frankfurt“. Bekannt ist Beckmann für seine großformatigen mystischen Bildthemen, die sich durch eine kraftvolle Farb- und Liniengestaltung auszeichnen. Doch wie entwickelte sich Beckmann zu genau diesem Beckmann? Was hat ihn beeinflusst, woher nahm er seine Inspirationen?

Genau diesen Aspekt nimmt die Braunschweiger Ausstellung ab Herbst 2021 erstmals ins Visier. Geboren 1884 in Leipzig, verbrachte der junge Max Beckmann seine Teenagerzeit von elf bis sechzehn in Braunschweig. Hier unternahm er erste künstlerische Gehversuche und fasste den Entschluss Künstler zu werden:

 „(…) meine Kunst: was ist sie mir na vielleicht ne ganze Menge. (…) Ich gehe jetzt ohne Ziel und Zweck in‘s Dunkle im Dunklen. Mit einer heftigen Ruhe, vielleicht klingt es etwas paradox, übersehe ich schon jetzt mein ganzes Leben. Ich glaube, dass ich alles erreichen werde was ich will, alles.“

(Max Beckmann, 14.08.1903, zit. nach Max Beckmann, Frühe Tagebücher, hrsg. von Doris Schmidt, München 1985)

An Selbstbewusstsein mangelte es schon dem jungen Max Beckmann nicht.

Schulische Misserfolge und der Gegenwind, der ihm aus seiner Familie entgegenwehte, konnten ihn nicht von seinem Plan Künstler zu werden abbringen. Der Weihnachtswunschzettel des 15jährigen war gefüllt mit Kunstbänden und Monographien bekannter Künstler.

Bereits mit 16 Jahren wurde er ohne Schulabschluss aufgrund seiner besonderen künstlerischen Fähigkeiten zum Studium an der Weimarer Großherzoglichen Kunstschule zugelassen – von der er immer wieder auch für längere Perioden nach Braunschweig zurückkehrte.

Eine kürzlich vom Herzog Anton Ulrich-Museum erworbene Ölskizze der Landschaft der Riddagshäuser Teiche fertigte der junge Beckmann im April 1900 zur Vorbereitung seines Kunststudiums an.

Auch die Sammlung der Alten Meister im Herzog Anton Ulrich-Museums, vor allem Rembrandts „Familienbildnis“, inspirierten den jungen Künstler. So schrieb er 1903 nach einem Besuch im Rijksmuseum Amsterdam über Rembrandts „Nachtwache“:
„Also über Rembrand. Manchmal sehr schön, die Nachtwache find ich langweilig, ich finde alle können nicht gegen sein Braunschweiger Familienportrait an (…)“
(Max Beckmann, Dezember 1903, zit. nach Max Beckmann, Frühe Tagebücher, hrsg. von Doris Schmidt, München 1985)

Mit „Max wird Beckmann. Es begann in Braunschweig“ zeichnet das Herzog Anton Ulrich-Museum das Porträt eines jungen Künstlers nach und präsentiert einen neuen Ansatz für das Werkverständnis Max Beckmanns, in dessen Spätwerk immer wieder Anklänge seiner Braunschweiger Jugendjahre zu entdecken sind.

Daten und Fakten:
Max wird Beckmann. Es begann in Braunschweig

29. Oktober 2021 bis 13. Februar 2022

Herzog Anton Ulrich-Museum, Museumstraße 1, 38100 Braunschweig